Familienpflegezeit wird selten genutzt

Berlin, 08.07.2016 – In Deutschland gibt es nicht nur die Möglichkeit einer beruflichen Freistellung für den eigenen Nachwuchs. Auch für die Pflege Angehöriger kann eine sechsmonatige Auszeit oder eine 24-monatige verkürzte Berufstätigkeit beantragt werden. Jedoch machen seit 2015 gerade einmal 39.000 von einer Million pflegenden Berufstätigen von dieser Möglichkeit Gebrauch.

Warum? Vor allem, da die sogenannte „Familienpflegezeit“ keine steuerfinanzierte Vergütung vorsieht. Lohnersatzleistungen gibt es nicht – höchstens zinslose Darlehen. Wir Pflegeagenten würden begrüßen, wenn staatliche Hilfen greifen, die eine Verschuldung verhindern. Freie Zeit allein genügt nicht, sondern Angehörige müssen auch wirtschaftlich unterstützt werden.