Alles in einem, eines in allem - Ausbildung zu Alten- und Krankenpflegern soll zusammengeführt werden

Berlin, 22.10.2015 – Das Bundesgesundheitsministerium möchte die Ausbildungsberufe in der Alten-und Krankenpflege vereinheitlichen – noch in dieser Legislaturperiode. Damit soll der steigende Bedarf an Fachpersonal in den einzelnen Bereichen gedeckt werden.

Laut Ver.di könnten praktische Anteile in der dreijährigen Ausbildung verstärkt werden und eine Spezialisierung durch Vertiefungseinsätze erfolgen. Doch besteht die Gefahr, dass Fachwissen auf der Strecke bleibt, wenn Berufe zusammengefasst werden. Abhilfe könnten kurze ‚Ausbildungen nach der Ausbildung‘ schaffen – ob das der richtige Weg ist, sei dahingestellt.

Doch es gibt Vorteile: Viele Auszubildende schreckt die Berufsbezeichnung ‚Altenpfleger/in‘ ab. Der neue Titel ‚Pflegefachfrau/ -mann‘ klingt für einige Ohren besser und lässt die konkrete berufliche Orientierung noch offen – sei es in Richtung Alten- oder Krankenpflege. Auch kann die Regierung auf strukturelle Erfahrungen zurückgreifen, denn der Beruf wird seit Jahren in der Schweiz und Liechtenstein gelehrt und ist kein Neuland. Hier wird ein Modell geboten, das sowohl Flexibilität als auch Spezialisierung ermöglicht: Mit der ‚Berufsprüfung‘ kann ein ‚eidgenössischer Fachausweis‘ erworben werden, der eine Vertiefung und die Einnahme einer vorgesetzten Position bereithält.

Die Pflegeagenten möchten natürlich auch in einigen Jahren noch viele motivierte freiberufliche Honorarkräfte ins Boot holen, um optimale Dienstleistungen anbieten zu können – und das nicht nur in der Kranken- sondern insbesondere auch in der Altenpflege. Eine frühzeitige und kluge Konzeptionierung der Ausbildung ist daher umso wichtiger. Und auch hier gilt zu bedenken: Altbewährtes ist nicht immer die schlechtere Lösung.